Publikation (2015):

Die Dissertation zum anwaltlichen Mandantengespräch ist nun als Buchveröffentlichung erschienen:

Pick, Ina (2015): Das anwaltliche Mandantengespräch. Linguistische Ergebnisse zum sprachlichen Handeln von Anwalt und Mandant. Frankfurt: Peter-Lang-Verlag (Reihe Arbeiten zur Sprachanalyse, Bd 59)

Bild Diss

Die Arbeit untersucht auf der  Datengrundlage des bislang größten deutschsprachigen Korpus (rund 90 Stunden anwaltlicher Mandantengespräche) den Gesprächstyp Mandantengespräch. Es werden viele Ausschnitte in Form von Transkripten präsentiert und systematisch die Sicht der Anwaltspraxis auf die Analyseergebnisse bezogen.

Aus dem Inhalt
Diese gesprächslinguistische Studie untersucht das anwaltliche Mandantengespräch auf einer breiten Datengrundlage authentischer Gesprächsaufnahmen aus unterschiedlichen Rechtsgebieten und arbeitet typische kommunikative Formen und Probleme heraus. Mandantengespräche gehören zum beruflichen Alltag der meisten Anwälte und Anwältinnen, die Gesprächsführung gilt zudem als eine juristische Schlüsselqualifikation. Mit einem theoretisch und methodisch mehrdimensionalen Zugang werden Gesprächsphasen, kommunikative Aufgaben und verschiedene zentrale sprachliche Handlungsmuster rekonstruiert und miteinander in Bezug gesetzt. Fragebögen und Interviews mit den Beteiligten sowie die Auswertung von Praxisliteratur aus Anwaltssicht ergänzen die Analysen im Sinne einer Angewandten Gesprächsforschung.

Auszeichnungen für die Arbeit
Die Arbeit wurde mit dem «Förderpreis Sprache und Recht 2014 der Universität Regensburg», dem «Dissertationspreis 2014 der TU Dortmund» sowie dem «Peter-Lang-Nachwuchspreis – Geisteswissenschaften» ausgezeichnet.

Rezension
Es gibt haufenweise Bücher für Anwälte über Kommunikation. Einige sind sogar nicht schlecht. Sie bleiben naturgemäß aber immer an der Oberfläche und sind theoretisch blass, auch wenn sie noch so gut und klug geschrieben sind. Aber “über” Kommunikation zu schreiben, ohne zeigen zu können, wo es schiefgeht, geht eigentlich kaum.
Daher ist dieses Buch hier so besonders: Denn ein solches Buch hat es noch nicht gegeben: Ina Pick, Sprachwissenschaftlerin, hat Mandantengespräche aufgezeichnet (alles mit Einverständnis aller Beteiligten) und ausgewertet. Die besondere Art der Gesprächsdarstellung, wie in einer Partitur, hilft einem, viel besser zu verstehen, wie Anwälte und Mandanten aneinander vorbeireden, und plötzlich ertappt man sich dabei, dass man das auch selber schon erlebt hat. Aus dieser Gesprächsanalyse lässt sich dann auch sehr einfach herleiten, wie Mandantengespräche “richtig” geführt werden, wenn man nur einige Regeln beherzigt.
Daher ist es, was Reflektion des eigenen Kommunikationsverhaltens angeht, ungleich viel effektiver: Das, was man da sieht, vergisst man nicht.
Die Autorin macht inzwischen Seminare für Anwälte. Begonnen hat sie damit am Bucerius Center on the Legal Profession im Leadership-Programm.
Das Buch ist nicht wirklich billig, aber sein Geld wert.
von Markus Hartung, www.amazon.de, 26.01.2015

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Inhaltsverzeichnis der Arbeit

Buch im Volltext