Forschungsprojekt
Medienwandel in der Institution
Theoretische Bestimmung und empirische Untersuchung der Interdependenz von sprachlichem Handeln und Medialität

In diesem Forschungsprojekt wird die Einführung einer digitalen Patientendokumentationin einer sozialmedizinischen Einrichtung linguistisch-ethnografisch begleitet. Hier wird das sprachliche Handeln von intra- und interprofessionellen Teams beim Wandel von (hand-)schriftlicher Dokumentation zur digitalen Dokumentation am Computer im Längsschnitt begleitet und linguistisch beschrieben.

Damit wird analytisch konkret und detailliert ein Medienwandel und dessen Wechselwirkungen mit Arbeitsprozessen beschrieben und so ein konkretes Beispiel eines Mediatisierungsprozesses, der zeitlich und räumlich begrenzt stattfindet, empirisch rekonstruiert.

Theoretisch zielt das Projekt darauf, Interdepenzdenzen von Medialität und sprachlichem Handeln zu bestimmen und so den sprachlichen Handlungsbegriff weiter zu schärfen und zu differenzieren.

Methodisch werden dazu text-, gesprächs- und medienlinguistische Ansätze kombiniert. Zur interdisziplinären Triangulation der Analysen ist der Austausch mit den Beteiligten der untersuchten Einrichtung vorgesehen.

Damit leistet das Projekt einen Beitrag zur empirischen Theoriebildung zu Medialität und sprachlichem Handeln, aber auch zu Fragen der interprofessionellen kommunikativen Fallbearbeitung und Fallkonstitution und zu den Auswirkungen der Digitalisierung auf kommunikative Prozesse.

Interdisziplinär sind Fragen zu Professionalisierungsprozessen anschlussfähig sowie zum Case- und Care-Management, das mit Einführung digitaler Klientendokumentation im Sozial- und Gesundheitssystem in den letzten Jahren stärkere Verbreitung gefunden hat und kontrovers diskutiert wird.