Forschungsprojekt
Good Practice beim kommunikativen Handeln

Während die Wissenschaft erst einmal nach dem „Wie“ der Kommunikation fragt und diese grundlegend analysiert, stellt man sich in der Praxis doch eher die Frage „wie gut?“ oder „wie besser?“

In der Rechtsberatung stellt sich zum Beispiel die Frage, wie man gezielt und effizient die relevanten Informationen vom Mandanten erfahren kann oder wie man umgekehrt Rechtswissen so vermittelt, dass Mandanten es verstehen.

Beim Entscheiden in der rechtlichen Betreuung stellt sich die Frage nach Selbstbestimmung beim Unterstützten Entscheiden. Wie können rechtliche BetreuerInnen gewährleisten, dass sie wirklich die Wünsche des/der Betreuten umsetzen?

Weitere Fragen in anderen Feldern können sein: Wie kann eine Service- und Reklamationshotline bestmöglich arbeiten? Wie kann eine Umstellung auf eine digitale Software in einem Unternehmen gelingen?

Solche Fragen sind linguistisch mittels Detailanalysen sehr gut zu bearbeiten. Antworten darauf aber sind aus linguistischer Sicht noch rar. Um Antworten zu finden, kann unmittelbar darauf aufgebaut werden, was die Wissenschaft bereits über das „Wie“ von Kommunikation weiß.

Publikationen zum Thema (Auswahl):

Bendel, Sylvia/Pick, Ina (Hrsg.) (in Vorb.): Good Practice in der institutionellen Kommunikation. Von der Deskription zur Bewertung in der Angewandten Gesprächsforschung. Berlin: de Gruyter.

Brünner, Gisela/Pick, Ina (2020): Bewertungen sprachlichen Handelns und good practice in der Angewandten Gesprächsforschung. Methodische Vorschläge für praxisorientierte Forschung. Zeitschrift für Angewandte Linguistik (ZfAL), 63–98.

Pick, Ina/Meer, Dorothee (2018): Wissenschaftskommunikation durch ‚Anwendung‘? Normorientierungen der Angewandten Gesprächslinguistik im Austausch mit der Praxis. In: Luginbühl, Martin/Schröter, Juliane (Hrsg.): Geisteswissenschaften und Öffentlichkeit – linguistisch betrachtet. Frankfurt: Lang, 197-221.