Forschungsprojekt
Das anwaltliche Mandantengespräch

Projektbeschreibung
Die gesprächslinguistische Studie untersucht das anwaltliche Mandantengespräch auf einer breiten Datengrundlage von rund 90 Stunden authentischer Gesprächsaufnahmen und arbeitet typische kommunikative Formen und Probleme heraus.

Ziel des Projektes war die systematische Beschreibung des sprachlichen Handelns im anwaltlichen Mandantengespräch. Dabei wurden unterschiedliche Beschreibungsdimensionen miteinander verknüpft, um ein detailliertes Bild der kommunikativen Verläufe von Mandantengesprächen bekommen zu können. Mit einem theoretisch und methodisch mehrdimensionalen Zugang werden Gesprächsphasen, kommunikative Aufgaben und zentrale sprachliche Handlungsmuster rekonstruiert und miteinander in Bezug gesetzt.

Mandantengespräche gehören zum beruflichen Alltag der meisten Anwälte und Anwältinnen, die Gesprächsführung gilt zudem als eine juristische Schlüsselqualifikation. Alle Analysen sind nah an der anwaltlichen Praxis entstanden, sie basieren auf Aufnahmen und Transkripten echter (sog. authentischer) Mandantengespräche, in regelmäßigen Treffen wurden die Zwischenergebnisse einem Feedback durch die teilnehmenden AnwältInnen unterzogen und die Auswertung von Praxisliteratur aus Anwaltssicht ergänzen die Analysen. Im Sinne der Angewandten Gesprächsforschung werden strukturelle Probleme der Gesprächsführung identifiziert und mögliche Lösungen vorgestellt.

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Zusammenfassung

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Inhaltsverzeichnis

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Informationen zum Projekt im Überblick

Nähere Informationen zur Publikation der Studie hier.



Daten & Fakten

In Zusammenarbeit mit:
Technische Universität Dortmund

Projekt unterstützt durch:
Studienstiftung des deutschen Volkes

Projektlaufzeit:
Oktober 2009 bis Juli 2013

Betreuung der Arbeit:
Prof. Dr. Gisela Brünner

Datengrundlage:
86 Mandantengespräche

Teilnehmende AnwältInnen:
12

Auszeichnungen:
Förderpreis Sprache und Recht 2014 der Universität Regensburg

Dissertationspreis 2014 der TU Dortmund

Peter-Lang-Nachwuchspreis – Geisteswissenschaften

“Mit Ina Picks Dissertation, die in lobenswerter Weise linguistische Methodik und juristische Praxis zusammenführt, liegt auf dem deutschsprachigen Markt zum ersten Mal eine Untersuchung zum Mandantenanbahnungsgespräch vor. Damit wird ein alltägliches anwaltliches Gebiet, das bislang kein Gegenstand der Wissenschaft war, zum ersten Mal überhaupt untersucht; darüber hinaus werden die für Juristen und Linguisten gleichermaßen interessanten Untersuchungsergebnisse übersichtlich zusammengefasst und im Hinblick auf ihre Anwendbarkeit leicht zugänglich gemacht.” Auszug aus der Laudatio zum “Förderpreis Sprache und Recht 2014” der Universität Regensburg

“In ihrer Arbeit untersucht die Autorin das sprachliche Handeln im anwaltlichen-Mandanten-Gespräch. Sie betritt dabei Neuland. Das zu Grunde liegende, dokumentierte Korpus ist für sich schon eine bedeutende wissenschaftliche Leistung. Die Erkenntnisse entwickeln dabei über die Beziehung Anwalt-Mandant hinaus Aussagekraft, etwa für den Bereich Experten-Laien-Kommunikation oder institutionelle Kommunikation.” Peter-Lang-Verlag bei der Verleihung des Peter-Lang-Nachwuchspreises Geisteswissenschaften 2014